Die Abofalle: Was ist zu tun?

Foto: ©Gina Sanders

Im Internet gibt es vieles kostenlos. Manche Angebote sind jedoch nur auf den ersten Blick kostenlos, auf den zweiten Blick hingegen kostenpflichtig. Sie können zu einer regelrechten Kostenfalle werden. Die folgenden Rechnungen und Mahnschreiben schüchtern viele Menschen ein, die dann lieber zahlen, um bloß keinen Ärger zu bekommen. Gegen diese Art von „Abzocke“ kann man sich wehren:

Zunächst ist wichtig aufzupassen, wenn die eigenen Daten abgefragt werden, denn im Internet lauern die Kostenfallen überall. Es ist deshalb nötig, einen klaren Kopf zu bewahren. Es ist nämlich möglich,  die Abofalle wieder rechtswirksam zu kündigen. 

Bei Abofallen ist die Rechtslage sogar juristisch klar, man muss nichts zahlen, denn es liegt kein wirksamer Vertrag vor, wenn Anbieter nichtsahnende Nutzer prellen.

Meistens werden die Verbraucher nämlich nicht darauf hingewiesen, dass der von ihnen in Anspruch genommene Dienst oder die Dienstleistung etwas kosten könnte und dass sogar ein Abonnement entsteht.                   

Bei kostenlosen Angeboten wird üblicherweise nicht der Name, die Adresse oder die Bankverbindung abgefragt.

Beliebte Abzocker-Seiten sind zum Beispiel solche, die mit möglichen Sach- und Geldgewinnen locken. Hat der Verbraucher seine Daten eingegeben, schnappt die Falle zu und ab da folgen Rechnungen, Aufforderungsschreiben und Mahnungen sowie weitere Drohbriefe per Mail oder Post. Dem Nutzer wird nach und nach immer mehr Angst mit möglichen Szenarien gemacht wie zum Beispiel dem Eintrag in die Schufa usw., bis er zahlt.

Falls Sie auf eine Abofalle im Internet hereingefallen sind, dann geht es Ihnen wie vielen Millionen Menschen in den vergangenen Jahren.  Es gibt keinen Grund zur Scham. Beachten Sie bitte zunächst Folgendes:

Auf  keinen Fall sollten Sie beginnen, sich mit den Betreibern des Internet-Dienstes schriftlich zu streiten. Da sowieso meist mit Schreibcomputern gearbeitet wird, nützen Ihre Briefe nichts.

Normalerweise erhalten Sie sodann dubiose Mahnschreiben von Inkasso-Unternehmen oder auch anwaltliche Schreiben, die Forderung wächst und wächst, damit Sie gezwungen werden, endlich die Forderung zu zahlen. 

Briefe dieser Art können Sie weiter beruhigt entgegennehmen, wenn Sie der Forderung widersprochen haben.

Wenn diese Firmen wie üblich in Deutschland gar keine Adresse haben, rät es sich an, per Mail oder noch besser per Telefax zu widerrufen und zu dokumentieren, dass die Mail zum Beispiel durch die Lesebestätigung oder das Fax durch den Sendebericht tatsächlich angekommen ist.

Sollten Sie allerdings einen gerichtlichen Mahnbescheid erhalten, also somit Post vom Amtsgericht, dann müssen Sie auf einen Mahnbescheid dringend reagieren. Sie sollten dem Mahnbescheid widersprechen, wodurch der Internet-Anbieter eine Gerichtsverhandlung in die Wege leiten muss. Dazu muss er eine Klage einreichen, die auch zu begründen ist. Normalerweise ist an dieser Stelle sodann Schluss mit den belästigenden Drohschreiben, denn eine Klage wird so gut wie nie eingereicht, zumal sie nicht begründet wäre.

Beachten Sie demnach bitte schließlich, dass für online oder am Telefon geschlossene Verträge generell ein 14-tägiges Widerrufsrecht gilt. Wenn Sie nach dem Vertragsschluss nicht eindeutig per Mail oder Brief auf dieses Recht hingewiesen wurden,  verlängert sich dieses Widerrufsrecht sogar auf bis zu zwölf Monate. Wichtig ist, dass Sie etwaige Rechnungen auf keinen Fall zahlen. Das Zahlen der Rechnung ist nämlich auch ein deutliches Zeichen dafür, dass der Vertrag angenommen wurde und damit zu Stande gekommen ist.

Bei weiteren Fragen helfen wir Ihnen sehr gerne.

Ihre Anwaltskanzlei 
Schäfer und Kollegen