Verbraucherrechte im Corona-Abseits

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Verbraucherzentrale Hessen beobachtet viele Rechtsverstöße

Die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie sind groß. Das gilt für Konzerne, mittelständische Unternehmen und kleine Läden. Bei der Suche nach Lösungen sind Anbieter kreativ. Dabei stehen nicht immer die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher im Mittelpunkt.

Flüge fallen aus, Reisen und Veranstaltungen werden abgesagt, Lieferverzögerungen sind an der Tagesordnung und Kundendienste schwer erreichbar. Die Corona-Krise verunsichert und die Verbraucherzentrale Hessen ist gefragte Anlaufstelle für die Beschwerden von Ratsuchenden. „Wir müssen in dieser Krise darauf achten, dass die Verbraucherrechte nicht im allgemeinen Durcheinander unter die Räder kommen“, sagt Kai-Oliver Kruske, Jurist bei der Verbraucherzentrale Hessen. „Deshalb analysieren wir die uns vorliegenden Beschwerden und mahnen gezielt ab.“

Nur schwer erreichbar

Gerade im Reisebereich liegen die Schwierigkeiten oft darin, überhaupt mit Anbietern in Kontakt zu treten. Hotlines sind regelmäßig überlastet und E-Mails werden kaum beantwortet. Bei Centerparcs war eine Mail-Adresse im Impressum nicht einmal zu finden. Dabei sind die Vorgaben klar, Mail-Adressen auf geschäftlichen Websites Pflicht.

Zahlen für die Kündigung

Wer den Kundenservice erreicht, ist damit auch nicht unbedingt am Ziel. Manchmal geht der Streit dann erst los. Mehrfach erhielt die Verbraucherzentrale Beschwerden, dass eine Kündigung Geld kosten sollte – ein Anbieter bezeichnete diese Kündigungsentgelte etwa als „Verwaltungspauschale“. Kostenpunkt 19 Euro.

 „Dass Verträge gekündigt werden, ist das Normalste auf der Welt. Dafür dürfen Anbieter aber nicht gesondert abkassieren“, so Kruske. „Es schreibt ja auch niemand eine Rechnung für das Abheften von Unterlagen, die die Anbieter schicken.“ Solche AGB sind unwirksam, denn sie benachteiligen Verbraucherinnen und Verbraucher unangemessen.