Illegale Crossstrecke im Freigerichter Wald entdeckt

Foto: ©Gemeinde Freigericht

Erschüttert zeigt sich auch Revierförster Markus Betz über den massiven Eingriff in die Natur: „Das ist schon heftig“, wobei sich die Schädigung in doppelter Weise negativ auswirke: Einmal in biologisch-ökologischer Hinsicht durch die massive Störung und Zerstörung eines einzigartigen naturnahen Waldlebensraumes und zum anderen ökonomisch durch die komplette Vernichtung des Eichennachwuchses auf den Fahrspuren dieser illegalen Crossstrecke. Letzteres gelte umso mehr, da es sich bei dieser Waldfläche um einen gesetzlich zugelassenen Ernte- und Saatgutbestand der Traubeneiche mit der Bezeichnung Sonderherkunft „Spessart“ handele.

Die natürliche Eichennaturverjüngung in diesem Gebiet „wurde einfach plattgemacht“; zigtausend Eichensämlinge sind den illegalen Bodenarbeiten und der Befahrung zum Opfer gefallen. Der Freigerichter Revierförster Betz betont trotz dieses ärgerlichen Vorfalls aber noch einmal, die im Grunde positive Einstellung gegenüber Waldbesuchern. Allerdings appelliert er an gegenseitige Rücksichtnahme: „Waldbesucher haben aufeinander Rücksicht zu nehmen, damit eine gegenseitige Belästigung oder Behinderung vermieden wird. Durch die Benutzung darf die Lebensgemeinschaft des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet, geschädigt oder verunreinigt und die Erholung anderer nicht beeinträchtigt werden.“

„Hier hat sich jemand auf Kosten der Allgemeinheit tüchtig ausgetobt“, stellte Bürgermeister Dr. Albrecht Eitz fest, als er gemeinsam mit Revierförster Markus Betz, dem stellvertretenden Ordnungsamtsleiter Thomas Lange und Bauamtsmitarbeiter Horst Müller den kürzlich im Freigerichter Wald entdeckten Flurschaden in Augenschein nahm.

Innerhalb weniger Wochen ist eine illegale Crossstrecke mitten in einem naturnahen alten Eichenbestand entstanden, die sich über fast einen Kilometer durch den Wald windet – und diesen leider sehr in Mitleidenschaft zieht. Zahlreiche Hindernisse wie Dirt Jumps, Ramps, Schrägen wurden von Unbekannten aufgeschüttet, verdichtet und zum Teil mit Holzpflöcken befestigt. Es wurden Wassergräben ausgehoben; der Pfad wurde künstlich verbreitert und teilt sich auch. „Mich ärgert nicht nur der Verstoß gegen das Waldgesetz und die gedankenlose Zerstörung einer wertvollen natürlichen Eichenverjüngung von hohem ökologischen und ökonomischen Wert – mich ärgert vor allem die Geisteshaltung dahinter: Die Rücksichtlosigkeit der Zeitgenossen, die Eigeninteresse und ihren Spaß über das Gemeinwohl stellen“, stellt Dr. Eitz klar und kündigt zeitnah Maßnahmen an, um diesen Eingriff in die Natur so gut wie überhaupt möglich rückgängig zu machen. Freigericht habe tolle Waldwege und der Wald biete genügend Möglichkeiten für alle Erholungssuchenden, die gerade in heutigen Zeiten viel im Wald unterwegs seien und damit ihre Heimat neu entdeckten. Außerdem gebe es gut markierte Mountainbikestrecken, die auch verkehrssicher sind. Gerade der sensible Ausbau dieser Infrastruktur erfolge in enger Abstimmung mit übergeordneten Behörden. Aus egoistischen Gründen heraus die Erholung anderer, die sich an die Regeln hielten, zu gefährden und dabei Schäden zu verursachen, ist nicht nachvollziehbar.