Wege aus der Insolvenz

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Von Katharina Schäfer / Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht

Die Insolvenz gehört zu den Themen, die von vielen Menschen verdrängt werden. Finanzielle Probleme werden oft über Jahre versteckt, bis hin, dass Betroffene ihre Briefe nicht mehr öffnen und schließlich sogar psychologische Hilfe benötigen.
Dies liegt daran, dass eine sehr hohe Hemmschwelle besteht, sich an dieses Thema heranzuwagen, obwohl eine Entschuldung oft der einzige Weg und das Fundament für einen schuldenfreien Neuanfang darstellt.
Ausdrücklich warnen muss man allerdings vor unseriösen Angeboten, wie sie oftmals in Zeitungen oder online angeboten werden. Versprochen wird dabei eine schnelle „Soforthilfe“. Doch statt einer Hilfestellung werden immense Honorare kassiert für schlechte und sinnlose Dienstleistungen, eine rechtlich kompetente Beratung erfolgt dabei so gut wie nie. Eine seriöse und offizielle Schuldnerberatung ist daher unentbehrlich.
Wenn man nicht mehr in der Lage ist, seine Schulden zu zahlen, ist man insolvent. Das Insolvenzverfahren kann somit eine gute Möglichkeit darstellen, in einem bestimmten Zeitraum von seinen Schulden befreit zu werden.
Man unterscheidet zwischen der so genannten „Privatinsolvenz“ und der „Regelinsolvenz“ (Unternehmensinsolvenz).
Privatpersonen können eine Privatinsolvenz beantragen, Unternehmen hingegen die Regelinsolvenz.
Eine Privatinsolvenz oder Unternehmensinsolvenz kann man bei dem zuständigen Insolvenzgericht beantragen, das ist das Gericht, in dessen Bezirk man seinen Wohnsitz hat. Voraussetzung, um einen solchen Antrag als Privatperson zu stellen, ist es, dass man im Vorfeld versucht haben muss, sich mit den Gläubigern außergerichtlich zu einigen.
Es wird sodann ein Plan erstellt, der den Gläubigern aufzeigt, wie und in welchem Maße man seine Schulden bezahlen kann. Wenn die Gläubiger dem sogenannten „Schuldenbereinigungsplan“ nicht zustimmen, kann auf Antrag sodann Privatinsolvenz beantragt werden. Als Unternehmer hingegen braucht man keinen Einigungsversuch voranstellen, aber ab dem Zeitpunkt der Zahlungsunfähigkeit muss binnen drei Wochen der Antrag auf Unternehmerinsolvenz gestellt werden. Diese Frist ist unbedingt zu beachten, denn anderenfalls kann eine Insolvenzverschleppung die Folge sein, die dann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden kann. Ziel eines Insolvenzverfahrens ist es, zwischen demjenigen, der nicht mehr seine Schulden zahlen kann, und den Gläubigern einen Ausgleich zu ermöglichen, der finanziell gerecht verteilt wird.
Eine Privatinsolvenz dauert maximal sechs Jahre und nachdem die sogenannte „Wohlverhaltensperiode“ vorbei ist, kommt es zur Restschuldbefreiung, die Schulden werden dann gelöscht und man ist schuldenfrei.
Gerne begleiten wir Sie kompetent vom Start Ihrer Entschuldung und schätzen fundiert Ihre individuelle Situation ein.
Auch prüfen wir für Sie, ob für Sie unsere anwaltliche Beratung kostenfrei im Rahmen der Gewährung von Beratungshilfe erfolgen kann.
Ihre Anwaltskanzlei Schäfer und Kollegen