Warum ist eine Patientenverfügung wichtig ?

Fotolia.de/©nmann

Von Katharina Schäfer, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht

Für jeden von uns dürfte es ein angsteinflößendes Szenario sein, willenlos an einer Beatmungsmaschine zu „hängen“ und vielleicht künstlich ernährt zu werden, dies auch noch für einen langen Zeitraum, bis es schließlich zum eigenen Tod kommt.
Natürlich darf man auch ohne Patientenverfügung nicht alles mit Ihnen machen, was man will!
Aber falls Sie selbst nicht mehr in der Lage sein sollten, Ihren Willen klar und deutlich zu äußern, wird erst einmal versucht werden, herauszufinden, was Ihr tatsächlicher Wille sein könnte. Dies passiert dadurch, dass man beispielsweise an frühere Äußerungen von Ihnen oder Wertvorstellungen knüpft und versucht, den mutmaßlichen Willen dadurch festzustellen.
Wenn die Ermittlung Ihres Willens nicht möglich ist, und man dies auch nicht herausfinden kann, dann schreitet das Vormundschaftsgericht ein und bestellt einen sogenannten „Betreuer“. Dieser entscheidet dann, wie Ihre weitere Behandlung zu handhaben ist.
Falls auch dieser nicht zu einer Entscheidung fähig ist und keine treffen kann, dann wird man immer versuchen, lebenserhaltende Maßnahmen wie z.B eine Wiederbeatmung einzusetzen, denn der Schutz des Lebens steht quasi über allem.  Das aber möchten die wenigsten Menschen, sie möchten lieber schmerzlindernde Maßnahmen und sanft sterben können. Es ist wichtig zu wissen, dass im Falle einer fehlenden Patientenverfügung weder der Ehepartner noch der Lebenspartner oder andere Angehörige eine Entscheidung treffen dürfen, welche Behandlung dann durchgeführt wird. Es ist demnach ratsam, eine Patientenverfügung zu erstellen.
Durch eine Patientenverfügung haben Sie die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, welche medizinischen Maßnahmen durchgeführt werden und welche nicht. Denkt man an Erkrankungen oder Zustände wie ein Wachkoma, Demenz usw., dann ist es nicht mehr möglich, einen Willen kund zu tun und zu sagen: „Stellt alle Maschinen ab“. Eine Patientenverfügung hat auch den wichtigen Vorteil, dass sie dadurch weder Ihre Angehörigen noch Ihren Partner mit einer möglicherweise schwerwiegenden Entscheidung belasten müssen. Da eine solche Verfügung, wenn sie rechtswirksam verfasst wurde, für alle verbindlich gilt, muss sich auch ein Arzt oder medizinisches Personal daran halten. Man sollte daher inhaltlich überlegen, was einem selbst im Zusammenhang mit einer Krankheit und damit verbundenen Leiden und dem Tod wichtig ist.
Entsprechendes kann man sodann in einer Patientenverfügung festlegen. Diese tritt erst in Kraft, wenn Sie selbst nicht mehr zu einer Entscheidung fähig sind. Eine notarielle Beurkundung ist bei einer Patientenverfügung nicht zwingend notwendig,  Sie sollten jedoch nicht nur mit Ihrem behandelnden Arzt darüber sprechen, sondern auch mit einem Rechtsanwalt, um sicher zu gehen, dass Sie eine wirksame schriftliche Verfügung erstellen, die dann im Notfall akzeptiert wird.
Oft sind Muster zu allgemein, denn jeder Fall ist individuell abzuklären und unter Umständen sind Formulare daher zu ungenau und unverständlich. Falls Formulierungen falsch sind, kann das dazu führen, dass eine Patientenverfügung unwirksam ist und dann nicht beachtet wird.
Gerne stehen wir Ihnen mit fundiertem Wissen und einer umfassenden Beratung zu dieser ernsten und gewichtigen Entscheidung zur Verfügung.
Ihre Anwaltskanzlei Schäfer und Kollegen