Wer macht denn sowas? Schilderklau im Gemeindewald

Ratlosigkeit in Neuses: Die an den Planungen zur neuen Spessart- spur Beteiligten von Forst, Freigerichter Verwaltung und Naturpark Hessischer Spessart, darunter Bürgermeister Dr. Albrecht Eitz (2.v.l.), Revierförster Markus Betz (4.v.l.) und der Geschäftsführer des Naturparks Hessischer Spessart Fritz Dänner (4.v.r.), wundern sich über die komplette Demarkierung des neuen Spazierwanderwegs – der Spessartspur in Neuses.

„Wer macht denn sowas?“ – das war die zentrale Frage, mit der sich kürzlich Vertreter von Forst, Freigerichter Verwaltung und Naturpark Hessischer Spessart befassen mussten. Denn noch vor der Einweihung wurden von Unbekannten sämtliche Wegemarkierungen des neuen Wanderangebots „Spessartspuren“ in Neuses entfernt. 
In Freigericht entstehen zurzeit zwei Spessartspuren: eine in Somborn rund um den Gänsewald und eine rund um den Fernblick in Neuses. Der Naturpark Hessischer Spessart richtet für seine 15 Mitgliedskommunen und zwei Mitglieder von spessartregional jeweils zwei solcher Spazierwanderwege ein. Diese wurden gemeinsam geplant und mit der Gemeinde und dem Forst eng abgestimmt. „Der Wegeverlauf wird dabei sehr sorgfältig geplant, wobei auch die Eigentumsverhältnisse beim Markieren beachtet werden“, wie Michael Stange vom Naturpark erklärte. Das neue Wanderangebot ergänzt den sehr gut angenommenen Spessartbogen und die Spessartfährten und soll generationsübergreifend Jung und Alt ansprechen durch moderate naturnahe Wege mit schönen Ausblicken und guter Infrastruktur (Einkehrmöglichkeiten und sanitäre Anlagen unterwegs). Außer Betrieb genommen wurden im Gegenzug ältere, nicht mehr begangene Naturparkwege, die früher mit Tier-Symbolen ausgezeichnet waren. Markiert sind die neuen Wege mit dem Spessartbogen-Symbol auf hellblauem Grund, seitlich versehen mit dem dunkelblauen Schriftzug „Spessartspuren“. Dazu hatten sich in der Vorwoche zwei Naturpark-Mitarbeiter in Neuses jeweils sechs Stunden auf den etwa sechs Kilometer langen Rundweg gemacht, um Schild für Schild, jeweils in Sichtweite, zu befestigen. Etwa 100 Schilder fanden so ihren Platz an den Bäumen. Und diese sind allesamt verschwunden – einschließlich der Nägel. Nicht einfach heruntergerissen und zerstört, sondern gründlich entfernt. „Diese Schilder kann man auch bei uns im Shop kaufen“,bemerkt der Geschäftsführer des Naturparks Hessischer Spessart, Fritz Dänner, verärgert. Es verschwinden immer mal Markierungstäfelchen, aber dass alle komplett abmontiert wurden, sorgte bei den Anwesenden für verständnisloses Kopfschütteln. Es schmerzt nicht so sehr der Materialwert, sondern die ehrenamtliche Arbeit der Wegewarte, die mit großem Einsatz alle Abschnitte markiert hatten und dieses nun in den nächsten Wochen wiederholen müssen. Dänner bittet deshalb Waldbesucher und Wanderer um Mithilfe: „Wer etwas sieht, soll sich bitte bei uns melden“. Bürgermeister Dr. Albrecht Eitz bedauert, dass den Bürgern damit die Möglichkeit genommen wird, diese neue schöne Spur zu erwandern. Er appelliert an den oder die Unbekannten, die Tafeln zurückzugeben und diese anonym in den Briefkasten der Gemeinde zu legen, denn von einer Anzeige gegen Unbekannt will man vorerst noch absehen.