Trennung und Ehescheidung

Foto: Adobe Stock / ©Vasyl

Kommt es zu einer Trennung ist es ratsam, zügig einen Termin für eine Beratung bei einem Anwalt/einer Anwältin zu vereinbaren, um einen umfassenden Überblick über die Folgen und die sodann einzuleitenden Schritte zu erhalten, um weitreichende Fehler zu vermeiden. Eine Erstberatung bei einem Anwalt kostet maximal 190 Euro zuzüglich MwSt. Sollten Sie über kein oder nur geringes Einkommen verfügen, können Sie Beratungshilfe und für ein gerichtliches Verfahren Verfahrenskostenhilfe beantragen. Wichtig ist, bei Ihrem Auszug die persönlichen Dokumente mitzunehmen.Existiert ein gemeinsames Konto, ist es sinnvoll, baldmöglichst ein eigenes Konto zu eröffnen. Falls der (Noch)- Ehepartner eine Vollmacht auf Ihr Konto hat, sollte diese widerrufen werden, um böse Überraschungen zu vermeiden und nicht plötzlich vor einem leergeräumten Konto zu stehen. Außerdem sollte man sich einen Überblick über gemeinsame Verbindlichkeiten und Schulden verschaffen, damit die Frage der späteren Haftung geklärt werden kann.Existiert ein Testament, so ist dieses ggf. gemeinsam zu widerrufen, denn das gesetzliche Erbrecht ändert sich nicht automatisch mit der Trennung, sondern erst nach rechtskräftiger Ehescheidung. Im Hinblick auf den Hausrat sollte eine einvernehmliche Aufteilung mit dem (Noch)- Ehepartner angestrebt werden. Kein Anwalt und kein Gericht befasst sich naturgemäß gerne mit der Aufteilung des Hausrats.Das einzuhaltende Trennungsjahr beginnt, wenn dem anderen Partner die Trennungsabsicht unmissverständlich mitgeteilt wurde. Oft geschieht dies durch ein entsprechendes anwaltliches Schreiben. Die Einreichung einer Ehescheidung ist mit Ausnahme von sogenannten „Härtefällen“ nur möglich, wenn es zu einer mindestens einjährigen Trennung von Tisch und Bett gekommen ist, eine gemeinsame Haushaltsführung demnach nicht mehr stattgefunden hat. Normalerweise ist dies einfach nachzuweisen, nämlich dadurch, dass einer der Partner aus der Ehewohnung auszieht. Eine Trennung ist jedoch auch möglich, wenn beide noch in einer Wohnung bzw. in einem Haus leben. Mit der Trennung wird auch der Unterhalt ermittelt und berechnet, es zahlt üblicherweise derjenige Trennungsunterhalt bzw. Nachehelichenunterhalt an den anderen Partner, der finanziell besser gestellt ist. Oft ist es aber erforderlich, staatliche Sozialleistungen zu beantragen, wenn der zahlungspflichtige Ehegatte nicht oder nicht ausreichend leistungsfähig ist. Im Hinblick auf die gemeinsamen Kinder gilt die sogenannte Düsseldorfer Tabelle, nach der unter Berücksichtigung des Einkommens des Zahlungspflichtigen, die Höhe des Kindesunterhalts ermittelt wird. Das gemeinsame Sorgerecht bleibt in der Regel auch nach einer Ehescheidung für beide Elternteile weiter gemeinsam bestehen und kann nur durch ein Gericht auf einen der Partner übertragen werden. Hierzu ist ein gesonderter Antrag zu stellen und wird nur erfolgreich sein, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. Das Scheidungsrecht ist komplex und sehr anspruchsvoll, verlassen Sie sich dabei nicht auf Auskünfte von Laien und eigene Recherchen über das Internet, ziehen Sie frühzeitig einen Experten/eine Expertin zu Rate; wir helfen Ihnen gerne und lassen Sie nicht im rechtlichen Regen stehen!