Klasse statt Masse

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Bewusst einkaufen, Gesundes genießen, zum Wohl von Mensch, Tier und Umwelt dazu entschließen sich immer mehr Verbraucher.

Nachhaltige Ernährung und klimafreundliche Küche fangen bei der Herstellung der Lebensmittel an. Wir haben uns bei Produzenten in der Region umgeschaut.
Klasse statt Masse, dies gilt insbesondere beim Fleischverzehr. Gut ist es da, wenn man weiß, woher das Fleisch kommt. Quasi um die Ecke, auf dem Helgenhof in Freigericht, werden Wagyu-Rinder gezüchtet. „Wagyu entstanden aus einer japanischen Rasse, auch bekannt unter dem Namen Kobe-Rinder. Sie wachsen sehr langsam und liefern fein marmoriertes saftiges Fleisch“, erklärt Markus Trageser, der den Familienbetrieb in der zweiten Generation führt. „Als Ackerbaubetrieb mit Schwerpunkt Futteranbau sind wir in der Lage, unser Tierfutter selbst zu produzieren und können somit auf Qualität und Natürlichkeit achten“, ergänzt er. Beim Anbau der Futterstoffe legt der Hof Wert auf eine umweltverträgliche und nachhaltige Bewirtschaftung der Wiesen und Felder. Das selbst hergestellte Kraftfutter ist frei von Genmanipulation, statt Soja werden eiweißreiche Hülsenfrüchte aus eigenem Anbau eingesetzt. Feinschmecker wissen das aromatische, zarte Fleisch zu schätzen. Neben diesen besonderen Geschmackseigenschaften gilt es aber auch als cholesterinarm und nährstoffreich.
Forderung nach guten Haltestandards
Der Helgenhof vereint somit Qualität plus Regionalität – Kriterien, die Verbraucherverbände und Umweltschützer gleichermaßen fordern. Massentierhaltung, lange Transportwege, umweltzerstörende Viehwirtschaft, wie sie etwa durch die Rodung des Regenwaldes in Brasilien geschieht, können Konsumenten mit dem Kauf regionaler Produkte vermeiden helfen. Gerade der Fleischimport aus Südamerika ist hiesigen Fleischproduzenten ein Dorn im Auge. Absatzgemeinschaften von Rindfleisch wie die ERAG aus der Eifel protestieren gegen die Überschwemmung des heimischen Marktes mit Fleisch, das „zu äußerst fragwürdigen Bedingungen“ in Übersee produziert wird. Sie kritisieren die schlechten Haltebedingungen für Tiere und die Fütterung mit gentechnisch manipulierten Pflanzen.

Beste Zutaten für die Wurst
Verbrauchern, denen es nicht „Wurst ist“, was in ihrer Wurst steckt, werden bei Metzgermeister John-Hermann Steuhl fündig. Für seine Original Freigerichter verwendet er nur beste Zutaten, ausgesuchte Gewürze, Kräuter und natürliche Zutaten aus der Region. „Erst wenn die Qualität all dieser Rohstoffe erwiesen ist, geht’s bei uns um die Wurst“, sagt Steuhl. Schwein und Rind bezieht der Metzgermeister täglich frisch. „Alles aus artgerechter Tierhaltung und der Region!“ Zusatzstoffe bleiben außen vor. Die „Original Freigerichter“, die Wurst mit dem Schweinchen in den fünf schmackhaften Sorten Presskopf, Blutwurst, Leberwurst, Eisbein und Mettwurst, werden nach überlieferten Hausschlacht-Rezepturen aus Freigericht hergestellt. „Es kommt weder Phosphat, Wasser noch Zucker in unsere Wurst“, betont der Metzgermeister. Außerdem wird bei allen Wurstsorten auf Gluten verzichtet. Weiter sind grobe hausgemachte Bratwürste im Angebot, die im eigenen Saft gegart werden. Außer Schweinefleisch verarbeitet Steuhl auch Rind. So gibt es neben „Hermann – Die Bratwurst“ aus 100 Prozent Schweinefleisch „Hermine – Die Rindswurst“ aus 100 Prozent Rindfleisch. Die Herstellung unterliegt streng dokumentierten Abläufen. „Die Einhaltung aller lebensmittelrechtlichen Vorschriften und eine durchgängige Kontrolle garantieren ein gleichbleibend exzellentes Lebensmittel“, versichert Steuhl. Wer in den Genuss der Freigerichter Spezialitäten kommen möchte, findet sie nicht nur im Lebensmittelhandel und in vielen Märkten. Sie sind ebenfalls per Versand erhältlich.

Eier von glücklichen Hühnern
Ein weiteres Beispiel für gute Qualitätsstandards aus der Region liefert Hof Sonnenberg aus Bad Orb. Der Betrieb hält rund 700 Legehennen in Freilandhaltung. In zwei sogenannten Hühnermobilen findet das Federvieh Futter, Wasser, Sitzstangen und Legenester. Nach dem Eierlegen dürfen die Tiere tagsüber über den Wintergarten hinaus auf die Wiese. Sobald die Wiese abgefressen ist, zieht die Hühnerschar auf die nächste Grün-
fläche weiter. Auf diese Weise findet sie stets frisches Gras vor. Positiver Nebeneffekt: Der Boden wird vor Überdüngung und Krankheitserregern bewahrt. Die Eier der glücklichen Hühner sind in Freigericht bei Rewe Herroeder und im Caféhaus erhältlich. Ausflügler können sich ihre Frühstückseier in der Sonnenberg-Milchhütte im Zufahrtsbereich des Hofguts direkt aus leicht bedienbaren Automaten besorgen.
Darüber hinaus sind in der Milchhütte verschiedene Eissorten aus der hofeigenen Produktion erhältlich. Bereits 2012 erhielt Hofgut Sonnenberg die Zulassung zur Produktion und Vermarktung von handwerklich hergestelltem Speiseeis. Mit dem 150-ml-Becher plus Löffel können sich die Besucher ihren Aufenthalt unmittelbar versüßen. Zudem hält der SB-Automat Eis in einer Familienpackung bereit.
Süß schmeckt auch ein anderes Produkt aus der Region: das Freigerichter Goldtröpfchen. Um die naturbelassene Kost

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