Bienen- und insektenfreundliches Freigericht

Foto: Gemeinde Freigericht

Startschuss für das Projekt „Main-Kinzig-blüht“
Biologische Vielfalt, auch als Biodiversität bekannt, ist die Bezeichnung für alle Tier- und Pflanzenarten innerhalb  eines biologischen oder geographischen Lebensraumes bzw. Gebietes. Im Rahmen der finanziell geförderten Biodiversitätsstrategie des Landes Hessen, hat die Untere Naturschutzbehörde des Main-Kinzig-Kreises zusammen mit dem Landschaftspflegeverband das Projekt „Main-Kinzig blüht“ auf den Weg gebracht. Es hat zum Ziel, die Biodiversität im besiedelten Bereich zu erhöhen und eine größere Vielfalt an einheimischen Pflanzen und wildlebenden Insekten auf öffentlichen und privaten Grünflächen zu erwirken. Allgemein bekannt ist die Forderung des Schutzes von Bienen und Hummeln. Vergessen wird dabei jedoch die Vielzahl anderer bestäubender Insekten, die für unser Leben und den Erhalt der Natur wichtig ist. 
Die Notwendigkeit des Insektenschutzes wird durch die drastische Abnahme von Wildinsekten untermauert. Als ursächlich wird mitunter auf den Einsatz von Pestiziden und die Flächenversiegelung hingewiesen. 

Deshalb ist es nicht damit getan Handlungsstrategien zu erörtern, sondern auch jede Art des Schutzes in die Tat umzusetzen. Dabei wird oft nur daran gedacht, dass es im Frühjahr durch die Vielzahl blühender Pflanzen, Sträucher und Bäume genügend Nahrung für die Insekten gibt. Dass der Nahrungsbedarf für die unersetzlichen Bestäuber jedoch bis zum Herbst besteht, wird nicht immer bedacht. 
Die Gemeinde Freigericht wird sich durch die Bereitstellung von Flächen an der Gemeinschaftsaufgabe „Bienenfreundliches Hessen“ beteiligen. Dabei sollen selbstverständlich die vielfältigen Anregungen aus Politik und Verwaltung, aber auch von naturverbundenen Organisationen berücksichtigt werden. Fachkundige Anleitung hat die Gemeinde von der Biologin und Fachplanerin Monika Peukert erhalten. Freigericht möchte vorhandene monotone Grünflächen in wildblumenbunte Lebensräume umwandeln und damit zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen.
Bürgermeister Dr. Albrecht Eitz ist von dem Projekt überzeugt, wird es unterstützen und begleiten. Das Vorhaben wird vornehmlich vom Bauamt der Gemeinde getragen.

Ausgewählt für einen Blühstreifen wurde bisher eine Fläche in Freigericht-Somborn zwischen dem Konrad-Adenauer-Ring und der Willy-Brandt-Straße in Nähe der Kopernikusschule. Das gestartete Vorhaben in Somborn ist als Pilotprojekt anzusehen. Der Bauhof der Gemeinde hat bereits die ersten Vorarbeiten geleistet, wird aber auch die  Pflege des Blühstreifens übernehmen. Es wird damit gerechnet, dass die ersten Blüherfolge im Sommer erreicht werden.  Die notwendige Distanz zwischen den Mähterminen ist erforderlich und soll nicht dazu führen, dass manche Bürger meinen, auf einen Pflegenotstand hinweisen zu müssen, weil sie den Blühstreifen als ungepflegt ansehen. Für eventuellen empfundenen Wildwuchs wird um Verständnis gebeten. Bei der Auswahl des vielfältigen Saatgutes wurde berücksichtigt, dass das Nahrungsangebot für die Insekten von Frühjahr bis Herbst verfügbar ist. Die Gemeinde bittet darum, die Blühstreifen grundsätzlich, aber insbesondere während der Pflanz- und Wachstumszeit, nicht zu betreten. 

Da das Ende der Saatzeit bald erreicht ist, also im Sommer keine weiteren Blühstreifen angelegt werden können, soll das Anlegen zusätzlicher Flächen, die jedoch bereits ins Auge gefasst sind, zu einem späteren Zeitpunkt vorgenommen werden. Die Lage der Blühflächen wird durch Schautafeln kenntlich gemacht. 

Es liegt in der Natur der Sache, dass diese wichtige Aufgabe des Natur- und Umweltschutzes nicht allein die Gemeinde betrifft. Bürgermeister Dr. Albrecht Eitz appelliert an die Landwirte, Gewerbebetriebe und Privatpersonen sowie an die örtlichen Naturschutzvereine, eigene Maßnahmen zu ergreifen. Wo immer es möglich ist, Grünflächen und Gärten insektenfreundlicher zu gestalten, würde das zur Verbesserung der biologischen Vielfalt beitragen.