Digitalisierung der Immobilienwirtschaft

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Virtual Reality (VR) – Immobilienbesichtigung von morgen schon heute
Können Sie sich anhand von zweidimensionalen Bauplänen ein noch nicht fertiggestelltes Gebäude vor Ihrem inneren Auge vorstellen? Darin umherspazieren, so als würden Sie es wie Ihre Westentasche in- und auswendig kennen? Ja? Glückwunsch – damit gehören Sie zu einer kleinen Minderheit der Bevölkerung. Nein? Machen Sie sich nichts daraus! So ergeht es ca. 90% der Menschen. Heutzutage ist die Digitalisierung der Immobilienbranche so weit fortgeschritten, dass ein Mangel an Vorstellungsvermögen beim Bau, Kauf oder Verkauf einer Immobilie kein Hindernis mehr darstellt. 

Nur ein Kunde, der versteht, was er sieht, baut Vertrauen auf.
Zu den wichtigsten Aufgaben von Projektentwicklern, Architekten und Maklern gehört es, ihre Projekte ansprechend und verständlich aufzubereiten, um ihren Kunden ein präzises, umfassendes Bild der geplanten und/oder zum Verkauf stehenden Häuser zu vermitteln. 
Dies gilt umso mehr für sanierungsbedürftige oder nicht fertiggestellte Bauvorhaben, die sich noch in der Planungs- oder Bauphase befinden. Eine in den höchsten Tönen beschriebene Immobilie, bei der sämtliche Besonderheiten blumig ausgeschmückt und jeder Baufortschritt akribisch textlich festgehalten wird – ist dies ausreichend, um sich einen aussagekräftigen Eindruck des anvisierten Objektes zu machen? Führt dies zu einem Besichtigungstermin, der bestenfalls in einer Kaufentscheidung endet? Dies ist äußerst fraglich. Das menschliche Gehirn kann sich den Geschmack von Speisen durch das bloße Lesen von Kochbüchern auch nicht vorstellen. Jeder Interessent bildet sich daher sein eignes, persönliches Bild der Immobilie im Kopf. Jedes davon ist unterschiedlich. Ein Nährboden für Missverständnisse, Unzufriedenheit und letzten Endes Kaufzurückhaltung wird gelegt. 
Dank der fortschreitenden Digitalisierung der Immobilienbranche kann einer breiten Käuferschaft die Erlebbarkeit eines Gebäudes zugänglich gemacht werden. Projektentwickler, Bauträger und Immobilienmakler, die den Gang der Zeit nicht verschlafen haben, setzen bereits auf diese moderne Technik, um ihre Objekte angemessen und präzise zu bewerben. Falls Sie über einen Verkauf Ihrer Immobilie nachdenken, fragen Sie bei der Auswahl Ihrer Immobilienagentur explizit nach den verwendeten Marketingwerkzeugen, wie z. B. Virtual 
Reality. Dies kann die Länge der Vertriebsphase und den Kaufpreis entscheidend beeinflussen. 

Räume emotional erlebbar machen
In einer virtuellen Welt erleben Sie Ihre Traumimmobilie zum ersten Mal von zu Hause aus. Machen Sie es sich auf dem Sofa bequem und lassen Sie sich von der neuen Form der Immobilienbegehung überzeugen. Dies kann mit der VR-Brille oder schlichtweg Ihrem privaten Tablet oder PC passieren. Treten Sie ein, bewegen Sie sich ungezwungen, wechseln Sie mal die Perspektive, erfassen Sie die Raumgröße und betrachten Sie Ausstattungsmerkmale, die Sie näher interessieren, genauer. All das ist möglich! Selbst der prüfende Blick aus dem Fenster gleicht einer realistischen Aussicht. Sind Sie begeistert, ist es die Liebe auf den ersten Blick und Ihre Neugier, die Immobilie persönlich erleben zu können, ist geweckt? Virtual Reality hat somit seine Funktion erfüllt, nämlich Ihnen als potentiellen Kunde ein umfassendes und wirklichkeitsnahes Bild des Gebäudes zu liefern sowie Ihre Vorstellungskraft und Fantasie anzuregen. Zeitschluckende Besichtigungstermine und harte Enttäuschungen können dadurch vermieden werden. Denn nichts ist schlimmer als mit Vorfreude zur Immobilienbesichtigung zu fahren, um schon beim Betreten des Hauses am liebsten wieder umdrehen zu wollen. 

Kostbare Zeit und Nerven sparen
Gefällt die Aussicht nicht? Entspricht die Raumaufteilung nicht Ihren Vorstellungen oder ist der Bodenbelag nicht nach Ihrem Geschmack? Auch da hat VR das erfüllt, was es soll, nämlich Sie als potentielle Käuferschaft genaustens zu informieren. Durch die frühe Einsicht, dass es sich bei dem auserwählten Haus nicht um Ihre Traumimmobilie handelt, sparen Sie sich womöglich einen frustrierenden (reellen) Besichtigungstermin und Ihre kostbare Zeit obendrein. Nutzen Sie die neu gewonnenen Stunden lieber für die weitere Suche nach Ihrem wahren Traumhaus! 

Mehrwert für beide Seiten
Die Vorteile für beide Seiten, nämlich käufer- als auch verkäuferseits, liegen klar auf der Hand. Während bei dem Käufer der Fokus auf eine umfassende und wirklichkeitsgetreue Immobilienpräsentation ist, stehen für den Verkäufer Themen wie kurze Vertriebszeiten sowie Vermeidung von Kaufpreisverhandlungen im Vordergrund. Beide Seiten profitieren davon, dass unnötige Besichtigungstermine im Vorfeld reduziert werden können. Insbesondere die Verkäufer fühlen sich von nicht enden wollenden Besichtigungsterminen schnell gestört, vorausgesetzt sie wohnen nach wie vor in der zum Verkauf stehenden Immobilie. 
Zusammenfassend kann man sagen, dass beide Parteien beim Kauf oder Verkauf einer Immobilie durch gezielte Marketingmaßnahmen nur gewinnen können, wobei Virtual Reality ein Beispiel von vielen ist. 

Was bedeutet Virtual Reality?
Um den Begriff „Virtual Reality“ anschaulich zu erläutern, sollte man zunächst die beiden Wörter „virtual“ und „reality“ getrennt voneinander betrachten. „Virtual“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „virtuell“, „nicht echt“ bzw. „scheinbar“. Das Wort „reality“, ebenfalls aus dem Englischen, bedeutet übersetzt Realität und beschreibt, vereinfacht ausgedrückt, die „Wirklichkeit”, die (physisch) reale Welt, in die man hineingeboren wird und die durch Sinneseindrücke wahrnehmbar ist. Zusammenfassend bedeutet der Begriff „Virtual Reality“ daher die Wahrnehmung der virtuellen Welt, die nicht real, jedoch in ihrer Wirkung real erlebbar ist. 
 

Autorin: Dipl. Ing. Architektur Magdalena Fontanier 
COSI Home Immobilienmarketing u. Homestaging 
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