2019 ändern sich zahlreiche...

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... Gesetze und Regelungen, die Verbraucher betreffen
• Diesel-Fahrverbote treten in Kraft, Elektro-Autos müssen Geräusche machen, alte Energieausweise werden ungültig, Pfand wird auch auf Saftschorlen und Vanillemilch erhoben: Das und mehr ändert sich 2019 bei Umwelt, Auto und Energie.
• Mehr Zeit für die Steuererklärung, neuer Mindestlohn, Recht auf befristete Teilzeit, Job-Tickets werden steuerfrei: Diese und weitere sind die wichtigsten Änderungen bei Arbeit und Steuern im neuen Jahr.
• Mehr Klarheit für Kunden von Versicherungen, neue Geldscheine, das Aus für TAN-Listen auf Papier, ein Preisdeckel für Auslandsgespräche: Das sind die wichtigsten Änderungen 2019 bei Geld, Versicherungen und Telekommunikation.
• Mehr Pflegepersonal, bessere Leistungen für pflegende Angehörige, Ablösung der bisherigen Pflegenoten für Heime: Das ändert sich 2019 bei Pflege, Gesundheit und Wohnen. 
• Mehr Rente, Mütterrente auch für Väter, neue Beitragsbemessungsgrenzen, teurere Pflegeversicherung, mehr Kindergeld: Diese und weitere sind die wichtigsten Änderungen bei Einkommen und Abgaben im neuen Jahr.

Umwelt, Auto & Energie
Verpackungsgesetz: Hinweise am Regal lotsen zu Mehrweg – Pfand für mehr Getränke
Einheitliche EU-Kraftstoffkennzeichnung: Noch fährt Deutschland hinterher
Elektroauto: Fahren mit Ton
Diesel-Autos: Fahrverbote in weiteren Städten
Neuwagen: Realtest auf der Straße wird Pflicht

Geld & Versicherung
Betriebliche Altersvorsorge: Neuer Pflicht-Zuschuss der Arbeitgeber
Versicherungen: Mehr Klarheit bei Kundeninformation
Gesetzliche Krankenversicherung: Offen für Zeitsoldaten
Neu und sicherer: Mit den geänderten 100- und 200-Euro-Scheinen will die Europäische Zentralbank Gaunern beikommen

Gesundheit & Pflege, Wohnen
Pflege: Pflegepersonal-Stärkungsgesetz bringt zahlreiche Verbesserungen
Pflegebedürftige: Taxi zum Arzt künftig ohne Antrag
Pflegende Angehörige: Bei Kuren wird Pflegebedürftiger mit betreut
Pflegeheime: Mehr Personal je nach Größe der Einrichtung
Pflegeheime: Neues System zur Qualitätsprüfung
Pflegende Angehörige: Brücke für befristete Reduzierung der Arbeitszeit

Energie & Umwelt
Strom: die Summe aus Abgaben, Umlagen und Steuern sinkt leicht
Höhere Ansprüche an Heizungen
Energieausweise werden ungültig

Internet & Kommunikation
Onlinebanking: iTAN-Liste vor dem Aus
Telefonieren: EU verpasst Preisen einen Deckel

Arbeit & Steuern
Steuersätze: Einkommensgrenzen steigen
Freie Kost und Logis für Arbeitnehmer: Steuerlich relevante Werte steigen
Steuererklärung: längere Fristen, weniger Belege
Steuervorteil einfahren: Mit privat genutztem Elektro- und Hybrid-Firmenwagen
Minijobs: Wegen des höheren Mindestlohns können nur noch weniger Stunden gearbeitet werden
Midijobs: Neue Obergrenze für günstigere Sozialabgaben
Job-Ticket: Mit Bus und Bahn, aber ohne das Finanzamt fahren
Dienst-Fahrrad: Privat am Finanzamt vorbei in die Pedale treten
Langzeitarbeitslose: Programm für Wiedereinstieg in den Job
Brückenteilzeit: Rückkehrrecht nach befristeter Teilzeit

Das ändert sich 2019 bei Pflege, Gesundheit und Wohnen

Pflegepersonal-Stärkungsgesetz bringt zahlreiche Verbesserungen
Den Personalengpass in der Pflege verringern und die Versorgungsqualität verbessern – so steht es im Programm des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes, das am 1. Januar 2019 in Kraft tritt. Kern des Sofortprogramms sind 13.000 neue Stellen, die in der stationären Altenpflege geschaffen werden sollen. Finanziert werden sie durch die Krankenkassen. Auch in den Kliniken wird künftig jede zusätzliche Stelle in der Pflege vollständig von den Krankenversicherungen refinanziert. Für Zusatzkosten wegen höherer Tarifabschlüsse kommen sie ebenfalls auf.
 Außerdem schafft das Gesetz Anreize für mehr Ausbildungsplätze: Anders als bislang werden die Vergütungen von Auszubildenden in der Kinderkrankenpflege, der Krankenpflege und in der Krankenpflegehilfe im ersten Ausbildungsjahr ab 2019 vollständig von den Kassen übernommen.

Taxi zum Arzt künftig ohne Antrag
Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen, die in Pflegeheimen versorgt werden oder zu Hause wohnen, müssen oft regelmäßig ein Taxi nehmen, um zum Arzt zu kommen. Während die Fahrtkosten dafür bisher nur auf Antrag und nach vorheriger Genehmigung durch die Krankenkasse übernommen wurden, gibt es ab Januar 2019 dafür in vielen Fällen eine automatische Erlaubnis. Grundsätzlich werden die Taxikosten für den Arztbesuch bei Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 4 oder 5 übernommen. Die Regelung gilt auch bei Pflegegrad 3, wenn zusätzlich eine dauerhaft eingeschränkte Mobilität festgestellt wurde. Eingeschlossen sind ebenso Behinderte mit einer außergewöhnlichen Gehbehinderung oder Blinde.
Die Anträge auf Übernahme der Taxikosten wurden bisher in der Regel zwar von den Kassen genehmigt. Doch für Versicherte, Angehörige und auch für die Krankenkassen war das Verfahren mit viel Aufwand verbunden.

Bei Kuren wird Pflegebedürftiger mit betreut
Weil pflegende Angehörige meist besonders stark belastet sind, benötigen sie häufig einen Reha-Aufenthalt in einer Klinik, um wieder Kraft zu tanken. Problematisch ist es dann zumeist, die weitere Pflege zu Hause während des Kuraufenthalts zu organisieren. Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz sieht ab Januar 2019 vor, dass kurende Angehörige ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder in der gleichen Einrichtung betreuen lassen können. Wenn sich das nicht realisieren lässt, muss die Krankenkasse mit der Pflegekasse die Versorgung des Pflegebedürftigen während des Kuraufenthalts absprechen und koordinieren. Das Gesetz sieht außerdem vor, dass pflegende Angehörige künftig eine stationäre Reha in Anspruch nehmen können, auch wenn rein medizinisch betrachtet eine ambulante Unterstützung ausreichen würde. Auch das soll die Organisation der Pflege erleichtern.

Pflegeheime: Mehr Personal je nach Größe der Einrichtung
Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz sieht außerdem vor, dass in den Pflegeheimen 13.000 zusätzliche Stellen geschaffen werden. Einrichtungen bis zu 40 Bewohner haben Anspruch auf eine halbe zusätzliche Stelle. Einrichtungen mit 41 bis 80 Bewohnern auf eine Stelle. Heime mit 81 bis 120 Bewohnern bekommen 1,5 und Häuser mit über 120 Bewohnern zwei zusätzliche Stellen. Ob diese allerdings zeitnah beziehungsweise überhaupt besetzt werden können und damit den Pflegebedürftigen zugutekommen, ist fraglich.

Neues System zur Qualitätsprüfung
Der bisherige Pflege-TÜV, der die Qualität von Pflegeheimen in einer Gesamtnote bewertet, wird voraussichtlich ab November 2019 abgelöst: Mit einem neuen Verfahren wird dann gemessen und dargestellt, wie es um die Qualität in der vollstationären Altenpflege bestellt ist.
Die bisherigen Pflegenoten galten als unbrauchbar, weil sie die tatsächliche Situation in den Heimen beschönigten und sich Missstände kaum erkennen ließen.
Künftig muss nun jedes Heim zweimal im Jahr Indikatoren veröffentlichen, die über die Versorgung Aufschluss geben. Der Anteil an Pflegebedürftigen mit Druckgeschwüren, Stürze von Bewohnern oder wie häufig Gurte oder Bettenseitenteile angewandt werden, gehören beispielsweise zu den sogenannten qualitätsrelevanten Informationen. Darüber hinaus werden einmal jährlich durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse Qualitätskontrollen vor Ort durchgeführt. Anhand einer Stichprobe von neun Bewohnern wird überprüft, wie es in der Praxis um die Qualität der Pflege bestellt ist.
Pflegenoten wie bisher wird es für die Einrichtungen nicht mehr geben. Die Qualitätsindikatoren der Pflegeheime werden künftig in einer Skala von "weit über" bis "weit unter" dem Durchschnitt veröffentlicht.

Brücke für befristete Reduzierung der Arbeitszeit
Für pflegende Angehörige wird es ab dem 1. Januar 2019 einfacher, ihre Arbeitszeit für einen begrenzten Zeitraum zu reduzieren. Nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) gibt es auch für sie ein Recht auf Brückenteilzeit. Dabei wird sichergestellt, dass auch Arbeitnehmer, die wegen der Pflege von Angehörigen nur in Teilzeitarbeit gearbeitet haben, wieder zu ihrer ursprünglich vertraglich vereinbarten Arbeitszeit zurückkehren können.
Anspruch auf diese sogenannte Brückenteilzeit haben Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 45 Mitarbeitern. Das Arbeitsverhältnis muss länger als sechs Monate bestanden haben. Die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit (Vollzeit- oder Teilzeitarbeit) kann für einen im Voraus zu bestimmenden Zeitraum von einem bis fünf Jahre verringert werden.

Das ändert sich 2019 bei Einkommen und Abgaben 

Durchschnittsrentner erhält rund 45 Euro mehr
Gute Nachrichten für die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland: Ab dem 1. Juli 2019 sollen die Renten im Westen um 3,18 und im Osten um 3,91 Prozent steigen. So steht es im Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2018 der Bundesregierung. Die Anpassung gilt für alle Altersrenten, für Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten, für gesetzliche Unfallrenten sowie für die Renten der Landwirte aus der landwirtschaftlichen Rentenkasse. Eine monatliche Rente von 1.000 Euro, die nur auf Westbeiträgen beruht, würde sich nach den aktuellen Zahlen um 31,80 Euro erhöhen, eine gleich hohe Rente mit Ostbeiträgen um 39,10 Euro. Der sogenannte Eckrentner mit 45 Jahren Beitragszeit würde monatlich rund 45 Euro mehr an Rente bekommen. Die Rentenanpassung 2019 entscheidet sich endgültig wieder im nächsten Frühjahr, wenn die genauen Zahlen der Lohnstatistik vorliegen. Die gute Konjunktur mit gestiegenen Löhnen und die erfreuliche Beschäftigungslage sind Grund für die positive Entwicklung der Rentenfinanzen.

Mit mehr Rente punkten – auch Väter
Über mehr Rente freuen können sich Mütter, deren Kinder vor dem 1. Januar 1992 geboren sind: statt bisher 2 Entgeltpunkte werden ihnen 2,5 Entgeltpunkte gutgeschrieben. So will es das von der Bundesregierung beschlossene Rentenpaket mit der Mütterrente II. Die neuen Regelungen treten zum 1. Januar 2019 in Kraft.
In Westdeutschland entspricht ein Rentenpunkt aktuell 32,03 Euro (2019 voraussichtlich 33,04 Euro), in Ostdeutschland sind es 30,69 Euro (2019 voraussichtlich 31,88 Euro). Eine Mutter mit einem vor 1992 geborenen Kind bekommt damit künftig jeden Monat 16,02 Euro  (2019: voraussichtlich 16,52 Euro) mehr Rente im Westen und 15,35 Euro (2019: voraussichtlich 15,94 Euro)mehr im Osten. Bei einer Mutter mit drei vor 1992 geborenen Kindern wären es monatlich 48,05 Euro (West) beziehungsweise 46,04 Euro (Ost) mehr Rente.
Achtung bei der Umsetzung: Wer ab 1. Januar 2019 neu in Rente geht, bekommt die verbesserte Leistung pro Kind gleich mit ausgezahlt. Wer bereits Rente bezieht, wird von der Mütterrente II erst im Laufe der ersten Jahreshälfte 2019 etwas im Portemonnaie spüren. Denn die Auszahlung wird von der Deutschen Rentenversicherung in diesem Zeitraum umgesetzt – ab Januar zustehende Rentenerhöhungen werden nachgezahlt.
Rentenansprüche für die Kindererziehung erwirbt der Elternteil, der ein Kind überwiegend erzogen hat. Haben mehrere Elternteile das Kind gemeinsam erzogen, wird die Erziehungszeit einem Elternteil zugeordnet. Die Elternteile legen übereinstimmend fest, wer die Erziehungszeit angerechnet bekommen soll. Es ist auch möglich, die Erziehungszeiten untereinander aufzuteilen. Von der „Mütterrente II“ können also auch Väter profitieren.
Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung: Wie jedes Jahr müssen auch 2019 von mehr Einkommen Beiträge gezahlt werden

Kranken- und Pflegeversicherung
Zum 1. Januar 2019 werden ‒ wie jedes Jahr ‒ die sogenannten Beitragsbemessungsgrenzen angehoben: Die bundeseinheitliche Grenze in der Kranken- und Pflegeversicherung steigt von 4.425 Euro auf 4.537,50 Euro im Monat. Das bedeutet: Für diese 112,50 Euro mehr an Verdienst werden nun noch Beiträge für die Kranken- und Pflegekasse erhoben. Erst das gesamte Einkommen oberhalb von 54.450 Euro bleibt beitragsfrei. Der Höchstbetrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (nur Arbeitnehmeranteil - ohne Zusatzbeitrag) steigt dadurch auf 331,24 Euro im Monat an (bisher: 323,05 Euro). Bundesweit klettert die Versicherungspflichtgrenze von 59.400 Euro auf 60.750 Euro im Jahr – bis zu diesem Einkommen müssen sich Arbeitnehmer bei der gesetzlichen Krankenkasse versichern. Der Wechsel in die private Krankenversicherung wird 2019 erst ab einem Monatseinkommen von 5.062,50 Euro möglich sein. 2018 reichte bereits ein Bruttogehalt von 4.950 Euro im Monat aus.

Renten- und Arbeitslosenversicherung
Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze West steigt ab Januar 2019 von 6.500 Euro auf 6.700 Euro (80.400 Euro jährlich). Das Pendant Ost liegt bei 6.150 Euro im Monat (2018: 5.800 Euro); jährlich sind das 73.800 Euro. Bis zu diesen Einkommensgrenzen müssen Arbeitnehmer im nächsten Jahr Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung bezahlen.In der knappschaftlichen Rentenversicherung werden die Grenzen für die Beitragsbemessung im nächsten Jahr bei 8.200 Euro im Monat (West), also 98.400 Euro jährlich, und für die östlichen Bundesländer bei 7.600 Euro pro Monat (91.200 Euro im Jahr) liegen.

Gesetzliche Krankenversicherung: Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich künftig Zusatzbeitrag
Während Arbeitgeber und Arbeitnehmer den allgemeinen Beitrag zur Krankenversicherung (14,6 Prozent des Bruttolohns) jeweils zur Hälfte tragen, schultern Arbeitnehmer den kassenindividuellen Zusatzbeitrag (durchschnittlich 1,0 Prozent) bis jetzt allein: Ab 1. Januar 2019 wird auch hier das paritätische Prinzip (wieder) Einzug halten und der Zusatzbeitrag zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bzw. von Rentnern und der Rentenversicherung getragen. Dadurch zahlen Arbeitnehmer mit einem Einkommen von 3.000 Euro monatlich etwa 15 Euro weniger, Rentner mit einer gesetzlichen Rente von 1.200 Euro rund 6 Euro monatlich weniger.

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag sinkt leicht
Für den geteilten Zusatzbeitrag müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein bisschen weniger als 2018 kalkulieren: Der durchschnittliche Höhe des Zusatzbeitrags sinkt minimal von bisher 1,0 auf 0,9 Prozent. Die tatsächliche Höhe des Zusatzbeitrags legt jede Kasse abhängig von ihrer finanziellen Situation selbst fest.
Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wird jährlich für das gesamte folgende Kalenderjahr vom Bundesministerium für Gesundheit festgelegt. Basis hierfür sind die Ergebnisse des zuständigen Schätzerkreises aus Experten des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundesversicherungsamtes und des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), der die finanziellen Rahmenbedingungen der GKV abschätzt.

Gesetzliche Krankenversicherung: Niedrigere Mindestbeiträge für Selbstständige
Gute Nachrichten für Geringverdiener unter den Selbstständigen: Mit dem Versichertenentlastungsgesetz verringert sich der Mindestbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung ab dem 1. Januar 2019 auf rund 171 Euro im Monat. Denn ab dem Jahreswechsel sinkt die so genannte Mindestbemessungsgrundlage auf 1.038,33 Euro im Monat. Bisher haben Krankenkassen bei Kleinselbstständigen, unabhängig vom tatsächlichen Verdienst, ein fiktives Monatseinkommen von 2.284 Euro angesetzt – was dann einen Monatsbeitrag von etwa 340 Euro ausmachte, den diese allein schultern mussten. Denn einen Arbeitgeber zum Teilen gab es ja nicht. Viele Existenzgründer, Einmannbetriebe oder andere Solo-Selbstständige wie Taxiunternehmer oder Kiosk-Besitzer konnten solch hohe Beiträge angesichts der schmalen Einkünfte nicht aufbringen. Mit der Halbierung des Monatsbeitrags hat der Gesetzgeber für rund 200.000 Kleinselbstständige hier nun Entlastung geschafft.
Mit dem GKV-Versichertenentlastungsgesetz wurde für Selbstständige die gleiche Mindestgrenze bei der Beitragsbemessung wie für alle anderen freiwillig Versicherten, zum Beispiel Rentner und Studierende, angelegt.
Seit Januar 2018 setzt die Krankenkasse die Höhe des Beitrags für freiwillig versicherte Selbstständige auf Grundlage des jüngsten Einkommensteuerbescheids für ein Jahr vorläufig fest. Hierbei müssen die Krankenkassen ab Januar 2019 die neue Mindestbemessungsgrundlage automatisch beachten. Liegt das Einkommen noch unter 1.038,33 Euro, ist ab Januar 2019 auch nur der neue Mindestbeitrag zu zahlen. Liegt der Steuerbescheid für das entsprechende Jahr vor, wird der Beitrag von der Krankenkasse nachträglich korrigiert. Wer mehr verdient als angenommen, muss nachzahlen. Bei geringerem Verdienst als kalkuliert werden zu viel gezahlte Beträge zurückgezahlt. Es kann auch freiwillig der Höchstbeitrag bezahlt werden, um nicht Gefahr zu laufen, nachzahlen zu müssen. 
Bei Existenzgründern wird zur vorläufigen Beitragsbemessung der zu erwartende Gewinn geschätzt oder auf eine betriebswirtschaftliche Auswertung zurückgegriffen. Die Beiträge werden dann zunächst vorläufig festgesetzt. Sobald der erste Einkommensteuerbescheid vorliegt, erfolgt die endgültige Festlegung.

Arbeitslosenversicherung: Beitrag sinkt auf 2,5 Prozent
Entlastung steht den Beitragszahlern zur Arbeitslosenversicherung im neuen Jahr ins Haus: Der Arbeitslosenversicherungsbeitrag wird zum 1. Januar 2019 von drei Prozent auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens gesenkt. Allerdings: Besserverdienende müssen wegen der gestiegenen Beitragsbemessungsgrenzen von mehr Einkommen Beiträge in die Arbeitslosenversicherung zahlen. Durch eine Gesetzesänderung wurde der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung dauerhaft um 0,4 Prozentpunkte gesenkt. Per Verordnung wurde eine Senkung um zusätzliche 0,1 Prozentpunkte bis Ende 2022 befristet. Den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte, ab dem Jahreswechsel sind das 1,25 Prozent bis zur Beitragsbemessungsgrenze (6.700 Euro monatlich bzw. 80.400 Euro jährlich in West, 6.150 Euro monatlich bzw. 73.800 Euro jährlich Ost).

Pflegeversicherung: Höhere Beiträge
Durch das Pflegeversicherungs-Beitragssatzanpassungsgesetz steigt der Beitragssatz der sozialen Pflegeversicherung zum 1. Januar 2019 um 0,5 Prozentpunkte. Der Pflegeversicherungsbeitrag liegt dann bei 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens. Davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte (1,525 Prozent bis zur Beitragsbemessungsgrenze, die 2019 bundeseinheitlich bei 54.450 Euro liegt). Beitragszahler ohne Kinder müssen durch den Kinderlosenzuschlag (0,25 Prozent) künftig den hälftigen Anteil von 3,3 Prozent zahlen. In Sachsen unterscheidet sich die Beitragsverteilung für die Pflegeversicherung auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Die Arbeitnehmer zahlen in Sachsen mit 2,025 Prozent einen höheren Anteil als die Arbeitgeber (1,025 Prozent).

Mindestlohn: 9,19 Euro ab 2019 Pflicht
Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab 1. Januar 2019 von derzeit 8,84 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde. Und auch die nächste Erhöhung ist schon in Sicht: In einer zweiten Stufe folgt im Jahr 2020 eine Anhebung auf 9,35 Euro. Bereits seit dem 1. Januar 2018 gilt der gesetzliche Mindestlohn ausnahmslos in allen Branchen. Bis auf wenige Sonderfälle gilt das Lohn-Minimum somit für alle volljährigen Arbeitnehmer in Deutschland, also etwa auch für Rentner, Minijobber oder Saisonarbeiter. Ausnahmen gelten jedoch beispielsweise für Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten, nachdem sie wieder arbeiten. Auch Auszubildende sowie alle, die verpflichtend ein Praktikum oder ein Praktikum unter drei Monaten leisten, haben keinen Anspruch auf den Mindestlohn.

Kindergeld: Ab Juli 10 Euro im Monat mehr pro Kind
Eltern können sich ab dem 1. Juli 2019 auf ein Plus beim Kindergeld freuen. 10 Euro gibt es dann monatlich für jedes Kind mehr. Fürs erste Kind sind das dann 204 statt bisher 194 Euro. Bereits ab Januar 2019 erhöht sich der Kinderfreibetrag, den Eltern anstelle des Kindergelds erhalten: von bisher 4.788 Euro auf 4.980 Euro pro Kind (mit Betreuungsfreibetrag sind das statt 7.428 Euro in 2019 dann 7.620 Euro).

Unterhalt: mehr Geld für Trennungskinder
Getrennt lebende Väter und Mütter müssen ihren Kindern mehr zahlen. Ab 1. Januar 2019 beträgt der Mindestunterhalt für Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres 354 Euro (2018: 348 Euro) monatlich. Sieben- bis Zwölfjährige haben Anspruch auf sieben Euro mehr (406 Euro statt 399 Euro). Für die Altersgruppe ab dem 13. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit wird der monatliche Mindestunterhalt auf 476 Euro (2018: 467 Euro) festgelegt. Der Mindestbedarf eines volljährigen Kindes bleibt unverändert: Er beträgt wie 2018 weiterhin 527 Euro.
Der Mindestunterhalt gilt für Unterhaltspflichtige mit einem Nettoeinkommen bis 1.900 Euro. Durch die Erhöhung des Mindestunterhalts steigen auch die Bedarfssätze bei höherem Einkommen: um jeweils 5 Prozent in den Einkommensgruppen 2 bis 5 sowie um je 8 Prozent in der 6. bis 10. Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle. Auf den Bedarf des Kindes ist das Kindergeld anzurechnen: bei minderjährigen Kindern zur Hälfte, bei Volljährigen komplett. Das Kindergeld beträgt ab 1. Juli 2019 für ein erstes und zweites Kind 204 Euro (derzeit: 194 Euro), für ein drittes 210 Euro (derzeit 200 Euro) und für das vierte und jedes weitere Kind 235 Euro (derzeit: 225 Euro).
Der Betrag, über den ein Unterhaltsschuldner 2019 in der ersten Einkommensgruppe (bis 1.900 Euro) unangetastet verfügen kann, ändert sich nicht: Für Erwerbstätige bleibt er bei 1.080 Euro; für die, die keinem Erwerb nachgehen, sind es weiterhin 880 Euro. In der zweiten Einkommensgruppe liegt der Selbstbehalt wie bisher bei 1.300 Euro. 
Dabei ist vorausgesetzt, dass das bis zu 21 Jahre alte Kind im Haushalt von Vater oder Mutter lebt und eine allgemeine Schulbildung anstrebt. Erhält ein Kind während der Ausbildung eine Vergütung, wird sie auf den Unterhalt angerechnet. Allerdings darf das Kind von seiner Vergütung einen Betrag für den sogenannten ausbildungsbedingten Mehrbedarf abziehen. Dieser Betrag liegt 2019 wie bisher bei 100 Euro.
Der Unterhaltsbedarf basiert auf Leitlinien der Düsseldorfer Tabelle. Diese wird seit 1962 vom Oberlandesgericht Düsseldorf gemeinsam mit anderen Oberlandesgerichten herausgegeben, um bundesweit einheitliche Unterhaltsansprüche zu gewährleisten. Sie stellt zwar nur eine unverbindliche Richtlinie dar – dient jedoch in der Rechtspraxis gemeinhin als Grundlage, um Ansprüche auf Unterhalt zu berechnen.

Höhere Regelsätze bei Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II
Wer Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II bezieht, bekommt im neuen Jahr mehr Geld: Ab 1. Januar 2019 erhalten Alleinstehende monatlich 8 Euro mehr – 424 Euro statt bislang 416 Euro. Der Regelsatz wird anhand der Entwicklung von Löhnen und Preisen jährlich fortgeschrieben. Die Anpassung liegt nicht im Ermessen der Bundesregierung, sondern folgt einer gesetzlichen Vorgabe. Dabei werden die Lohnentwicklung mit 30  und die Preisentwicklung mit 70 Prozent berücksichtigt. Die Anpassung erfolgt jeweils zu Beginn eines Jahres. Zuletzt war der Satz im Januar 2018 angehoben worden.

Erwerbsminderung: Neurentner punkten mit Zuschlag
Wer ab 1. Januar 2019 wegen einer Erwerbsminderung in Rente geht, kann sich über mehr Geld als bisherige Erwerbsminderungsrentner freuen. Denn die so genannten Zurechnungszeiten werden auf einen Schlag um 3 Jahre und 5 Kalendermonate angehoben. Mit der Zurechnungszeit bekommt der Versicherte Rentenpunkte als beitragsfreie Zeiten für durchschnittliche Verdienstzeiten angerechnet — obwohl er in der Zurechnungszeit selbst etwa wegen Krankheit keine eigenen Beiträge zur Rente gezahlt hat. Bei der Berechnung der Erwerbsminderungsrente wurde bisher als Grundlage angenommen, dass der Antragsteller bis zu einem Alter von 62 und 3 Monaten gearbeitet hätte. Mit der Neuregelung sind das nun 65 Jahre und 8 Kalendermonate, die als fiktiver Zeitraum für die Einzahlung in die Rentenkasse angesetzt werden. Die Zurechnungszeit wird mit dem Durchschnittswert der bis zum Eintritt der Erwerbsminderung zurückgelegten Versicherungszeiten bewertet und steigert so die Rente. Experten haben ausgerechnet, dass ein Durchschnittsverdiener mit der verlängerten Zurechnungszeit ab 2019 pro Monat rund 98 Euro mehr Erwerbsminderungsrente erhält als nach dem bisherigen Modus.

Zuzahlung bei Rezepten: Höhere Freibeträge deckeln individuelle Belastungsgrenze
Höhere Freibeträge schonen ab 1. Januar 2019 den Geldbeutel bei den üblichen Zuzahlungen zu Rezepten und therapeutischen Behandlungen. Von den jährlichen Bruttoeinnahmen können dann für den im gemeinsamen Haushalt lebenden Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner 5.607 Euro (bisher: 5.481 Euro) abgezogen werden. Der Kinderfreibetrag wird von bisher 7.428 Euro auf 7.620 Euro für jedes Kind angehoben. Für ein Ehepaar mit zwei Kindern und einem Gesamteinkommen von 60.000 Euro brutto im Jahr 2019 bedeutet das ein zu berücksichtigendes Familieneinkommen von 39.153 (Freibetrag Ehepartner von 5.607 Euro und zwei Kinder von 15.240 Euro). Die Belastungsgrenze in Höhe von 2 Prozent liegt dann bei 783,06 Euro. Oberhalb dieses Betrags müssen keine Zuzahlungen mehr geleistet werden. In 2018 waren bei der Familie 39.663 Euro Einkommen zu berücksichtigen, die Belastungsgrenze lag bei 793,26.
Für all jene, die Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe), Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung beziehen, steigt die Belastungsgrenze von derzeit 99,84 Euro jedoch auf 101,76 Euro pro Jahr. Als Familien-Bruttoeinkommen wird hierbei nur der Regelsatz des Haushaltsvorstandes gezählt. Weil dieser mit der Anhebung der Hartz IV-Sätze zum 1. Januar 2019 von 416 Euro auf 424 Euro monatlich steigt (5.088 Euro statt bisher 4.992 Euro pro Jahr), erhöht sich auch die Belastungsgrenze, bis zu der Zuzahlungen zu leisten sind. Für chronisch Kranke liegt sie bei 50,88 Euro (in 2018: 49,92 Euro). 
Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung müssen seit 2004 Zuzahlungen zu ärztlichen Verordnungen leisten (ausgenommen sind Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr). Dabei hat der Gesetzgeber allerdings eine Belastungsgrenze von 2 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen als Deckel festgelegt (bei chronisch Kranken: 1 Prozent). Wird dieses Limit überschritten, ist der Versicherte von weiteren Zuzahlungen befreit — allerdings nur, wenn er das auch beantragt.

Das ändert sich 2019 bei Geld, Versicherungen und Telekommunikation

Onlinebanking: iTAN-Liste vor dem Aus
Mit einer Transaktionsnummer eine Überweisung oder einen Dauerauftrag am heimischen PC freizugeben – damit wird bis Herbst 2019 Schluss sein. Die per Post verschickten klassischen Papierlisten mit durchnummerierten TANs dürfen nicht mehr eingesetzt werden. Die Zweite Europäische Zahlungsdiensterichtlinie schreibt zunächst vor, dass Kunden mithilfe von zwei Faktoren nachweisen müssen, dass sie tatsächlich die Person sind, die zur Ausführung der Bankgeschäfte berechtigt ist. Dazu muss bei elektronischen Zahlungsvorgängen noch ein dynamischer Authentifizierungscode generiert werden. Dies kann über das iTAN-Verfahren technisch nicht dargestellt werden. Nach einer 18-monatigen Umsetzungsfrist für die Banken bedeutet das nach dem 14. September 2019 das Aus für die iTAN-Liste. TAN-Listen auf Papier zu verschicken, damit Bankkunden mit diesen Transaktionsnummern beim Onlinebanking Überweisungen freischalten können – von diesem unsicheren Verfahren hat sich eine Reihe von Banken schon länger verabschiedet. Und sie haben Bankgeschäfte via Computer oder Smartphone auf modernere Authentifizierungsverfahren (etwa TAN-Generator, Photo-TAN, mobile-TAN) umgestellt, um das Risiko eines Missbrauchs beim Onlinebanking zu minimieren.

Telefonieren: EU verpasst Preisen einen Deckel
Während die Roaminggebühren fürs Telefonieren, SMS schreiben und das mobile Surfen im EU-Ausland bereits seit dem 15. Juni 2017 abgeschafft sind, werden für Gespräche aus den Heimatnetzen ins Ausland weiterhin satte Aufschläge verlangt. Die EU wird hierfür voraussichtlich ab 15. Mai 2019 Preisobergrenzen festlegen: Gleich, ob Gespräche vom Handy oder Festnetz in einen anderen EU-Staat geführt werden, darf eine Gesprächsminute maximal 19 Cent kosten. Für SMS innerhalb der EU dürfen dann höchstens 6 Cent pro Textnachricht berechnet werden. Die Neuregelungen sind Teil eines Rechtsrahmens, mit dem die EU-Länder den Netzausbau voranbringen wollen. Das Europäische Parlament hat den neuen Vorschriften bereits zugestimmt, formal muss der Rat der EU noch grünes Licht geben, damit die Preisobergrenzen zum 15. Mai 2019 in Kraft treten können.

Versicherungen: Mehr Klarheit bei Kundeninformation
Beim Abschluss einer Haftpflicht-, Hausrat- oder Berufsunfähigkeitsversicherung wird ab Januar 2019 ein neues Informationsblatt Pflicht: Versicherer müssen den Kunden darin rechtzeitig vor der Unterschrift auf maximal drei Seiten über die Art der Versicherung, den Umfang der gedeckten Risiken, Prämien und deren Zahlungsweise sowie über Ausschlüsse informieren. Auch sind Laufzeit sowie Anfangs- und Enddatum des Vertrags anzugeben und die Pflichten des Kunden aufzuführen, um Schäden vom Versicherer erstattet zu bekommen.
Zudem hat die "EU-Durchführungsverordnung zur Festlegung eines Standardformats für das Informationsblatt zu Versicherungsprodukten" den Versicherungsgesellschaften ab dem Jahreswechsel eine klare und nicht irreführende Sprache für die Produktinformationsblätter ins Aufgabenbuch geschrieben. Nicht vorbei kommen Vertreiber der Policen auch an der neuen Form: vorangestellte Bildsymbole wie grüne Häkchen oder ein rotes "X“ sollen dem Kunden an den entscheidenden Stellen deutlich erkennbar und einfach signalisieren, wo sich die wichtigsten Informationen des Versicherungsprodukts befinden. 
Die neuen Vorgaben gelten für alle Sparten, die keine Versicherungsanlageprodukte sind.

Neu und sicherer: 
Mit den geänderten 100- und 200-Euro-Scheinen will die Europäische Zentralbank Gaunern beikommen
Geldfälschern macht es die Europäische Zentralbank 2019 schwer(er): Die neuen und 100- und 200-Euro-Scheine werden ab dem 28. Mai 2019 ausgegeben. Komplett überarbeitet und mit neuen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet machen sie die zweite Generation von Euro-Banknoten seit Einführung des gemeinsamen Bargelds 2002 komplett. Bei beiden Scheinen kommt ein Porträt-Fenster als neues Sicherheitsmerkmal zum Einsatz, das bereits beim neuen Zwanziger und Fünfziger zu finden ist. Es erscheint, wenn der Schein gegen das Licht gehalten wird. Am oberen Ende des Hologramms ist dann beidseitig ein Porträt der mythologischen Gestalt Europa zu sehen. Der Wert des 100- oder 200er-Scheins erscheint als Smaragd-Zahl: die ändert ihre Farbe, wenn man die Banknote etwas neigt. Völlig neu beim Hunderter und Zweihunderter ist ein "Satelliten-Hologramm", das sich rechts oben auf der Vorderseite befindet. Dort bewegen sich beim Neigen kleine Euro-Symbole um die Wertzahl. Neben dem besseren Schutz vor Fälschungen bieten die Neuen auch einen praktischen Vorteil: Sie sind kleiner als ihre Vorgänger – und passen somit wieder besser ins Portemonnaie. Natürlich bleiben die alten 100- und 200er-Scheine weiterhin gültig, sie werden von den Notenbanken der Länder nach und nach ausgetauscht. Fünfer, Zehner, Zwanziger und Fünfziger haben schon den Relaunch für mehr Sicherheit vor Fälschungen durchlaufen und sind bereits in den überarbeiteten Versionen in Umlauf. Der 500-Euro-Schein wird nicht mehr neu aufgelegt.

Das ändert sich 2019 bei Umwelt, Auto und Energie

Verpackungsgesetz: Hinweise am Regal lotsen zu Mehrweg – Pfand für mehr Getränke
Das Verpackungsgesetz löst die bisherige Verpackungsverordnung zum 1. Januar 2019 ab. Mehrwegverpackungen besser zu kennzeichnen, Recyclingquoten zu steigern und auf Wiederverwertung von Verpackungsmaterial zu setzen – so die Zielsetzung. Verbraucherverbände kritisieren, dass die Vermeidung von Verpackungsabfällen in dem Gesetz zu kurz kommt. Augenfällige Neuerung aus dem Verpackungsgesetz im Verbraucheralltag: Ab dem Jahreswechsel müssen Einzelhändler an den Regalen gut sichtbar kennzeichnen, ob der Kunde dort zur Einweg- oder Mehrwegflasche greift. Hintergrund: Seitdem 2003 Pfand auch auf Einwegflaschen eingeführt wurde, hat sich die ursprüngliche Idee des Pfandsystems, Verpackungen wieder zu verwenden statt wegzuwerfen, ins Gegenteil verkehrt: Es fällt immer mehr statt weniger Abfall durch Getränkeverpackungen an. Denn vielen Verbrauchern ist der Unterschied zwischen Einweg- und Mehrwegpfand nicht bewusst. Vielfach gehen sie davon aus, auch mit dem Kauf von Kunststoffflaschen mit Einwegpfand etwas zur Abfallvermeidung beizutragen. Doch die 25-Cent-Enwegpfandflaschen werden nicht wieder befüllt, sondern türmen sich als Verpackungsmüll. Damit Verbraucher Einweg- und Mehrwegflaschen fortan besser unterscheiden können, setzt der Gesetzgeber ab dem Jahreswechsel auf bessere Kennzeichnung. Discounter, Super- und Getränkemärkte, Betriebe der Lebensmittelbranche, die wie etwa Bäckereien Getränke mitverkaufen – sie alle müssen an Auslagen, Kühlschränken oder Regalen mit den Hinweisen „Einweg“ oder „Mehrweg“ den Weg zur umweltfreundlichen Variante klar ausweisen. Bislang kennzeichneten Hersteller dies freiwillig nur mit einem Hinweis auf der Produktverpackung.
Darüber hinaus müssen Verbraucher für mehr Produkte Pfand bezahlen: Waren bislang etwa Fruchtschorlen in Einwegverpackungen von der Bepfandung ausgenommen, wird ab Januar auch auf Frucht- und Gemüse-Nektare mit Kohlensäure und Mischgetränke mit einem Molke-Anteil von mindestens 50 Prozent ein Pfand von 25 Cent erhoben. Vanillemilch und einige Energydrinks werden also ab Januar bepfandet. Weiterhin kein Pfand wird auf Säfte und Wein fällig. Wer verpackte Ware vertreibt oder befüllte Verpackungen in Umlauf bringt, muss dafür Sorge tragen, dass Verkaufs- und Umverpackungen korrekt entsorgt werden. Neu, dass hierbei nun auch Onlinehändler mit dem Verpackungsgesetz in die Pflicht genommen werden. Denn anders als bisher zählt jetzt auch Versandmaterial wie Umschläge, Klebeband und Füllmaterial als Verpackung. Unter den Oberbegriff Verkaufsverpackungen fallen zudem Serviceverpackungen, also etwa die Tüte in der Bäckerei oder der Pizzakarton. Wie bereits im Rahmen der Verpackungsverordnung Pflicht, muss sich weiterhin jeder, der eine Verkaufsverpackung erstmalig mit Ware befüllt und an Endverbraucher vertreibt, durch ein sogenanntes „Lizenzentgelt“ am dualen System beteiligen. Dieses sammelt und sortiert den Verpackungsmüll und sorgt für das Recycling der Materialien. Außerdem schreibt das Verpackungsgesetz schrittweise höhere Recyclingquoten für die unterschiedlichen Verpackungsmaterialien fest.

Energieausweise werden ungültig
Da Energieausweise für Gebäude nur zehn Jahre gültig sind, werden immer mehr dieser Dokumente im Laufe des Jahres ihre Gültigkeit verlieren. Alle Ausweise mit Ausstellungsjahr 2008 sind zum 1. Januar 2019 bereits abgelaufen.

Höhere Ansprüche an Heizungen
Beim Effizienzlabel für neue Heizungen entfallen am 26. September 2019 für reine Raumheizungsgeräte die schlechtesten Klassen E, F und G, während die Klasse A+++ hinzukommt. Folglich reicht die Skala dann von A+++ bis D.

Strom: die Summe aus Abgaben, Umlagen und Steuern sinkt leicht – die meisten Netzbetreiber verändern ihre Netznutzungsentgelte kaum 
Die EEG-Umlage sinkt 2019 das zweite Mal in Folge. Auch alle anderen Umlagen sinken – bis auf die neu eingeführte Offshore-Netzumlage. Diese lässt die mögliche Entlastung der Privathaushalte zusammenschrumpfen auf 0,14 Cent pro Kilowattstunde netto, was einen Durchschnittshaushalt um circa sechs Euro brutto pro Jahr entlastet.
Die Netzentgelte in NRW verändern sich in den meisten Netzgebieten kaum. Der größte Netzbetreiber Westnetz kann seine Netzentgelte, umgerechnet auf einen Durchschnittshaushalt, um rund fünf Euro netto pro Jahr senken. Einen deutlichen Anstieg gibt es hingegen im Netzgebiet von Westfalen Weser Netz. Das Unternehmen ist für den Netzbetrieb in einigen Kommunen im Nordosten und Osten von NRW zuständig. Die Erhöhung der Netzentgelte für einen Durchschnittshaushalt beträgt 45 Euro pro Jahr.
Die Beschaffungspreise für Stromanbieter sind 2018 deutlich gestiegen. Allerdings waren die Beschaffungspreise 2017 und 2016 sehr günstig. Stromanbieter mit einer klugen Beschaffungsstrategie sollten die gestiegenen Beschaffungspreise daher noch nicht an ihre Kunden weitergeben müssen – insbesondere in Regionen mit sinkenden Netzentgelten.

Neuwagen: Realtest auf der Straße wird Pflicht
Bereits seit 1. September 2018 werden Neuwagen nur noch zugelassen, wenn Emissionen und Verbrauch nach dem WLTP-Messverfahren (Worldwide harmonized Light-Duty Test Procedure) überprüft wurden. Hierzu gehört auch ein Prüfzyklus, der den realistischen Ausstoß und Verbrauch zum Beispiel durch Komponenten wie Tagfahrlicht, Klimaanlage oder eine Zuladung von 200 Kilogramm erfasst. Ab 1. September 2019 gesellt sich für Neufahrzeuge, die den Hof des Händlers verlassen, ein Realtest auf der Straße hinzu: Der RDE-Test (Real Driving Emissions) stellt Schadstoffausstoß und Verbrauch im ganz normalen Verkehr in der Stadt, auf der Landstraße und Autobahn auf die Probe. Mithilfe eines tragbaren Emissions-Messsystems werden Schadstoffe wie Stickoxide (NOx) unter realistischen Bedingungen gemessen.
Der RDE-Test ist derzeit nur vorgeschrieben für Modelle, die komplett neu auf den Markt kommen. Autos mit WLTP-Zertifizierung erhalten die Abgasnorm Euro 6c. Wenn WLTP plus RDE-Test absolviert wurden, gibt's Euro 6d-TEMP. Viele Hersteller machen mit ihren Modellen auch gleich noch den RDE-Test. Vorteil: Autos mit 6d-TEMP droht kein Fahrverbot.

Elektroauto: Fahren mit Ton
Die lautlose E-Auto-Fahrt wird ab dem 1. Juli 2019 langsam ausgebremst: Nach der EU-Verordnung 540/2014 muss in neuen Typen von Hybridelektro- und reinen Elektrofahrzeugen ein akustisches Warnsignal (Acoustic Vehicle Alerting System, kurz AVAS) eingebaut sein. So soll die Sicherheit von Fußgängern, Sehbehinderten und Radfahrern erhöht werden. Das AVAS muss bis zu einem Tempo von 20 km/h und beim Rückwärtsfahren automatisch ertönen und einen Dauerschall erzeugen. Beim Neustart des Fahrzeugs muss das AVAS automatisch aktiviert sein. Hersteller können selbst entscheiden, welcher Ton bei ihrem Fahrzeug die „Fahrmusik“ macht, allerdings muss das Warnsignal das gewohnte Motorengeräusch eines Benzin- oder Dieselmotors imitieren. Mitte 2021 wird die Ausstattung mit dem Warnsignal für alle neuen Hybrid- und Elektrofahrzeuge Pflicht.

Dienst-Fahrrad: Privat am Finanzamt vorbei in die Pedale treten
Wer sein Dienstfahrrad auch privat nutzt, muss ab Januar 2019 den Gewinn nicht mehr mit dem Finanzamt teilen: Der sich grundsätzlich aus einer Überlassung ergebende geldwerte Vorteil ist nach den Regelungen im Jahressteuergesetz künftig steuerfrei. Das gilt sowohl für E-Bikes (mit Geschwindigkeiten bis zu 25 Stundenkilometern) als auch für Fahrräder, die allein durch Muskelkraft gefahren werden. Anders als beim kostenlosen oder verbilligten Job-Ticket wird bei der privaten Nutzung eines vom Arbeitgeber überlassenen Fahrrads die Entfernungspauschale in der Steuererklärung nicht angerechnet.
 

Einheitliche EU-Kraftstoffkennzeichnung: Noch fährt Deutschland hinterher
Eine EU-einheitliche Kraftstoffkennzeichnung soll Autofahrern bereits seit dem 12. Oktober 2018 den Griff zum richtigen Zapfhahn erleichtern – und Fehlbetankungen vermeiden. Im grenzenlosen Europa stoßen Autofahrer nämlich an Grenzen, weil spezielle nationale Bezeichnungen sich nicht immer eindeutig übersetzen lassen („gasolina“ meint in Spanien Benzin, „gasoil“ oder „gazole“ bezeichnet in Frankreich hingegen Diesel). Außerdem soll dank harmonisierter Kennzeichnung erkennbar sein, welche Kraftstoffe umweltfreundlich sind. Anders als etwa Österreich, Frankreich und Polen fährt Deutschland bei der Umsetzung der neuen Kraftstoffkennzeichnung derzeit jedoch noch hinterher. Einen Entwurf, um die Verordnung im Bundesimmissionsschutzgesetz entsprechend anzupassen, will das verantwortliche Bundesumweltministerium erst im Frühjahr 2019 vorlegen, sodass im Laufe des Jahres mit der Umsetzung zu rechnen ist. Merken können sich Autofahrer die neuen Symbole an Zapfsäulen und Tankdeckeln aber schon.

Die neuen Etiketten werden in drei Gruppen eingeteilt:
1. Benzinartige Kraftstoffe: Die neue einheitliche Form für benzinartige Kraftstoffe ist ein Kreis mit einem E und einer Zahl in der Mitte, die den prozentualen Anteil an Bioethanol darstellen sollen. Super 95 und Super Plus 98 wird zu E5, Super E10 wird zu E10 und Super-Ethanol E85 zu E85.
2. Dieselartige Kraftstoffe: Sie haben rechteckige Symbole mit einem B und einer Zahl, die für den Anteil an Bio-Diesel steht. Das kann beispielsweise B7, B10 oder B100 sein. XTL steht für synthetischen Diesel und gibt an, dass er nicht aus Rohöl gewonnen wurde.
3. Gasförmige Kraftstoffe: Sie bekommen ein rautenförmiges Symbol und den Buchstaben LPG für Autogas, LNG für Flüssig-Erdgas, CNG für Erdgas und H2 für Wasserstoff.
Die neuen Etiketten sind auch für neu hergestellte Fahrzeuge obligatorisch und werden auf den Tankdeckeln angebracht. Die Kennzeichnungen ersetzen weder bestehende Namen und Marken von Kraftstoffen noch Qualitäts-, Sicherheits- und Leistungsempfehlungen.