KAIS BIKE: Was können E-Bikes?

Ein Vorteil von E-Bikes gegenüber konventionellen Fahrrädern: Die elektrische Unterstützung kann abhängig vom individuellen Fitnesszustand gesteuert werden. - Foto: Bosch

Mit elektrischem Rückenwind fährt man entspannter und kann weitere Strecken zurücklegen. Davon profitieren alle – ob jung oder älter, ob als Pendler oder sportlich unterwegs. Was sind die Vorteile, was ist zu beachten? Wir haben dazu Fahrradexperte Kai Genske von KAIS BIKE in Freigericht-Somborn gefragt.
Immer mehr Menschen denken über die Anschaffung eines E-Bikes nach. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem E-Bike und einem sogenannten Pedelec?
Sie unterscheiden sich in der Geschwindigkeit. Pedelecs können bis 25 Stundenkilometer fahren, die anderen bringen bis zu 45 Stundenkilometer. Sie sind versicherungspflichtig.
Auf was sollte man bei der Anschaffung achten?
Das Angebot wird immer größer. Um das passende E-Bike zu finden, ist eine ausführliche Beratung wichtig. Ich frage zunächst nach, was der Kunde mit dem Rad vorhat: Möchte er Touren fahren mit oder ohne Gepäck, zur Arbeit pendeln, kleinere Ausflüge am Wochenende unternehmen oder sportlich unterwegs sein? So kann ich die Anforderungen an das Bike schon gut einschätzen.
Was muss man beachten, wenn man auf ein E-Bike umsteigt?
Man sollte sich zunächst etwas Zeit nehmen und das E-Bike
und seine Besonderheiten kennenlernen. Durch das vergleichsweise höhere Tempo sind gute Bremsen und das richtige Bremsverhalten ein Muss. Also auf freier Strecke testen, bevor es auf Tour geht. 
Ein anderer wichtiger Aspekt: Elektrische Antriebe sind fast lautlos. Daran muss man im Straßenverkehr denken. Zudem müssen sich E-Bike-Fahrer auf eine erhöhte Geschwindigkeit einstellen – bei Pedelecs um etwa ein bis vier Stundenkilometer. Deshalb gilt: Aufmerksam sein und sicherstellen, dass man auf unvorhersehbare Situationen jederzeit reagieren kann.
Bordsteinkanten und Schlaglöcher sind typische Hindernisse beim Radfahren. Am besten lassen sie sich durch Entlasten des Vorderrades bezwingen: Dazu bewegt man den Oberkörper kurz vor der Kante in Richtung Lenkrad und zieht dann das Körpergewicht ruckartig nach oben. Das erfordert aber eine gewisse Routine. Wer sich dabei unsicher fühlt oder wem das Hindernis zu hoch ist, steigt einfach kurz ab. Zur Übung eignen sich niedrige Bordsteinkanten oder ein Stöckchen auf einem Übungsplatz. Generell gilt: Bordsteinkanten am besten im rechten Winkel anfahren. So verhindert man ein Wegrutschen.

Sieben Gründe, warum sich ein E-Bike lohnt
1 Gegenwind war gestern
Wer hat sich bei steilen Bergen, peitschendem Gegenwind nicht schon einmal etwas Unterstützung beim Radeln gewünscht? Eine unsichtbare „Hand“, die sanft anschiebt. Anfahren am Hang oder steile Anstiege, die nahezu mühelos gelingen. Berge, die kein Hindernis mehr darstellen. Gegenwind, der kaum eine Rolle spielt. Das E-Bike macht’s möglich.
2 Hält fit, macht mobil
Elektrofahrräder sind nur etwas für die Gemütlichen und die Bequemen? Stimmt nicht! Denn trotz elektrischer Unterstützung geht es nur voran, wenn der E-Biker in die Pedale tritt. Und wie stark der Elektromotor unterstützt, entscheidet jeder selbst. Studien belegen, dass E-Biker mehr Fahrradfahren und dazu noch deutlich länger als konventionelle Radler. Also: Ab aufs Rad mit elektrischem Rückenwind – egal ob gemütlich oder sportlich.
3 Perfekt zum Pendeln
Wer bei der Fahrt zur Arbeit in Bewegung bleiben möchte, sattelt um. Mit dem E-Bike ist man sportlich unterwegs. Ein Blick in die Statistik zeigt: Es gibt 30 Millionen Pendler in Deutschland. Der Arbeitsweg von fast 25 Millionen davon liegt unter 25 Kilometern, nahezu jeder zweite deutsche Pendler fährt gar weniger als zehn Kilometer zur Arbeit. E-Bikes sind für diese Distanzen prädestiniert.
4 Entlastung, Erholung, Extraschub
Dank der gleichmäßigen, einstellbaren Unterstützung durch das E-Biker-Antriebssystem eignet sich das Pedelec zum Training oder für den Wiedereinstieg nach Verletzungen. Zusätzlich verhindert der Antrieb zu starke Belastungen in Knie und Oberschenkelmuskulatur. Das schont Gelenke, Bänder und Sehnen.
5 Spaßfaktor
Wenn Menschen mit ungleichen physischen Voraussetzungen und Ansprüchen gemeinsam auf Tour gehen, kippt schnell die Stimmung. Ein kleiner Motor kann da große Dienste leisten: Die elektrische Unterstützung gleicht Leistungsunterschiede aus, bringt Menschen wieder zusammen. E-Bikes nehmen dem Radfahrer die Mühen und vergrößern den Spaß. Mit der elektrischen Unterstützung zieht der E-Biker an so manchem entspannt vorbei. 
6 Die Umwelt freut sich
Besonders im täglichen Gebrauch schonen Pedelec-Fahrer die Umwelt. Die Hälfte aller Autofahrten ist nicht länger als fünf Kilometer. Und laut Umweltbundesamt liegen die CO2-Emissionen bei einem Pkw rund vierzigfach höher als beim Fahrrad mit Elektromotor. Wer für die kurzen Strecken also statt aufs Gaspedal zu treten auf das E-Bike setzt, schont die Umwelt – und ist zudem leise und ökonomisch unterwegs.
7 Schont den Geldbeutel
Elektrofahrräder sind sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt deutlich günstiger als Pkws. Benzinkosten, Kfz-Versicherungsbeitrage, Steuern oder auch Parkgebühren? Fehlanzeige. So liegen die Energiekosten für einen herkömmlichen Benziner pro 100 Kilometer bei derzeit rund 12 Euro, mit dem Pedelec bei etwa 0,25 Euro. 

Risikofaktoren reduzieren, die Fitness verbessern: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zur Vorbeugung von Zivilisationskrankheiten, fünfmal pro Woche eine halbe Stunde zu radeln. - Foto: Bosch
Der Fitnesstrainer für das E-Bike: Der Bordcomputer Nyon informiert über alle relevanten Fitness- und Gesundheitsdaten in Echtzeit und berechnet kontinuierlich den Trainingseffekt. - Foto: Bosch