Tattoos – mehr als ein Modetrend

DANIELL’S TATTOO’S JETZT IN DER RATHAUSSTR. 20
Malen und Zeichnen gehörten schon von klein auf zu den Lieblingsbeschäftigungen von Michael Daniell. Anfang 2012 hat er aus seiner Leidenschaft einen Beruf gemacht und ein Tattoo-Studio in Freigericht eröffnet. Es ist seit Kurzem in der Rathausstraße 20 zu finden. Mit dabei sind sein Kollege Bronco Steel und seine Frau Eileen, die zukünftig für Piercings zuständig sein wird. Wir sprachen mit ihm über seine Arbeit.

>>Herr Daniell, wie wird man Tätowierer?

Das Tattoo-Handwerk habe ich klassisch in einem Tattoo-Studio erlernt. Ich war früher im Lederkunsthandwerk tätig. Durch meine Vorkenntnisse mit Punzierarbeiten und dem Bemalen von Leder war es für mich kein großer Schritt zum Tätowieren. 

>>Welche Bedingungen muss man erfüllen, um ein eigenes Studio zu eröffnen? 

Man muss über die notwendige Sachkunde in Bezug auf die Hygiene verfügen. Neben dem Sachkundenachweis musste ich einen differenzierten Hygieneplan erstellen. Das wird vom Gesundheitsamt kontrolliert.

>>Angenommen, jemand möchte sich ein Tattoo stechen lassen. Wie geht das vor sich?

Für größere Tattoos wird ein Besprechungstermin vereinbart. Viele haben schon eine Vorstellung, wie das Tattoo aussehen soll, und einige bringen das Motiv mit. In der Regel überarbeite ich die Vorlagen. Ich zeichne viel selbst und übernehme keine Motive direkt aus dem Netz. Je nach Größe eines Tattoos brauche ich mit Vorbereitung eine halbe Stunde bis zu mehreren Sitzungen. Eine Sitzung sollte möglichst nicht länger als vier Stunden dauern. Da ich viel aus freier Hand zeichne, d. h. ohne „lines“ arbeite, kann es auch mal vorkommen, dass es etwas länger wird.

>>Totenkopf oder Rose? Welche Motive liegen zurzeit im Trend?

Der Trend geht zu Aquarellen, zu Farben, realistischen Abbildungen. Auch geometrische Muster sind gefragt. Martialische Motive wie Totenköpfe sind immer angesagt. Es gibt immer Kunden, auch Frauen, die sich für fotorealistische Schädel begeistern.

>>Mit welchen Kosten muss der Kunde rechnen?

Ich rechne meinen Stundensatz ab. Möchte jemand einen ganzen Arm oder Rücken tätowiert haben, vereinbare ich auch einen Sitzungspreis. So gibt es keine Überraschungen.

>>Wer kommt zu Ihnen?

Zu mir kommen alle, querbeet, zwischen 18 und 65 Jahren. Meist aus der Umgebung, aber es gibt auch Kunden, die von weiter her anreisen. Jugendliche mit 16, 17 Jahren muss ich auf später vertrösten, sie dürfen sich kein Tattoo stechen lassen. Die Mehrzahl meiner Kunden sehe ich öfter, zu 90 Prozent kommen sie wieder, weil sie ein weiteres Tattoo möchten. Allgemein liegt der Anteil der Frauen etwas höher, bei etwa 65 Prozent. Ihnen gefallen Rosen oder andere Blüten, die ich häufig zeichne.

>>Verraten Sie uns zum Abschluss noch Ihr Lieblingstattoo?

Das ist mein neues Hals-Tattoo, ein Wolpertinger mit jeweils einer Rose links und rechts!

>>Vielen Dank für das Gespräch.